Urs Peter Schneider

Kompositionen 1960–2012
(2014)

Artikelnummer CR370

Triple CD Edition

 

veröffentlicht am 10. Oktober 2014

Werke aus dem Schaffen von Urs Peter Schneider, in praktisch allen Sparten bis hin zu Oper und Operette, gibt es bisher auf fast 20 Tonträgern zu hören; misstrauisch gegenüber autoritären Besetzungen schreibt er jedoch vor allem Kammermusik und Stücke, die den Grenzgang zwischen Sprache und Musik ausloten. Die meisten dieser Produktionen begnügen sich nicht mit einer Versammlung verschiedener Kompositionen; es sind durchkomponierte Programme, in denen die einzelnen Stücke einander bedingen und ganze Netze von Bedeutungen bilden, vergleichbar den Strukturen, die in den Einzelwerken wirken. Zu Anlass des fünfundsiebzigsten Geburtstags legt er hier eine 3CD vor, die das Verfahren weiter voran, vermutlich auf die Spitze treibt, konzipiert als eine Art Triptychon; hier sind Besetzungen, Entstehungsjahre, kompositorische Ansätze und eine Unzahl weiterer Charakteristiken bedeutungsvoll aufeinander bezogen, und auch die literarischen Einflüsse haben ihren Stellenwert, bis hin zu eigentlichen Sprachkompositionen. Die erste CD verbindet Sprache mit einer viermal verschieden gearteten Elektronik, die dritte bringt vier Realisationen von Sprache pur, alle aus der eigenen Küche; im Hintergrund der zweiten CD, Tracks 2 und 5, generiert Sprache durch Kodierungen direkt die musikalischen Resultate. Das Schaffen von Urs Peter Schneider bildet durchgängig eine Art von Offerte an die Zuhörenden, die ihre eigene Herangehensweise anhand seiner Musik entdecken können; diese ist nichtdramatisch, unhysterisch, nicht auf billige Verführung angewiesen, und sie steckt voller Hintergründigkeiten. Die 8 plus 6 plus 8 Titel der Kompositionen morgen als Initialzündungen für jeweilige Tätigkeiten des Publikums wirken; zu ihnen gesellen sich im Booklet weitere Suggestionen, unverbindlich verfügbar auch sie. In der Gestalt der 3CD verdankt jedes einzelne Werk immer wieder neuen Ansätzen seine Erscheinung, und die inhaltlichen und strukturellen Merkwürdigkeiten lohnen ein neugieriges Hinhören; natürlich kommt auch der Humor, das eigentlich Spirituelle, nicht zu kurz, als ein Wesentliches, das die Existenz des Komponisten durchzieht.

Effloreszenz

Vier Eigenheiten

Achtzehn Stationen

Mit Hintergründigkeit

Einige Rezepte

Ewiger Schnee

Über den Interpret

Geboren 1939 in Bern, Komponist und Improvisator, Interpret und Pädagoge, in letzter Zeit auch Sprachperformer. Seit 1955 über 150 Kompositionen mit über 2000 Aufführungen weltweit, sehr oft in Nischen. Nach dem Abitur Studium bei Walter Lang und Prof. Bruno Seidlhofer in Klavier, bei Sandor Veress und Prof. Karlheinz Stockhausen in Komposition, sieben Jahre in Bern, Köln und Wien. 1968 Gründung des «Ensemble Neue Horizonte Bern» für amerikanische und schweizerische Neue Musik, vor allem konzeptuelle, in über 800 Aufführungen und Uraufführungen. Seit 1973 improvisierend, in internationalen Zusammenhängen, öfter als Solist. 1966 Solistenpreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins, 1970 «Avropreis des Holländischen Rundfunks», 1983 «Grosser Musikpreis des Kantons Bern», zusammen mit Erika Radermacher, seiner ersten Frau, 1987 Erster Preis «Musik in Grenzbereichen» des Migros Genossenschaftsbundes, zusammen mit Philippe Micol, 2006 «Kulturpreis der Stadt Biel», 2009 Kompositionspreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins, und viele andere. Seit 1966 in Biel lebend, Lehrer am Konservatorium Bern, bis 2002 Professor an der Hochschule für Musik, theoretische und praktische Fächer. Weit über 50 multimediale Projekte mit dem «Ensemble fächerübergreifend». Seit 1988 mit seiner zweiten Frau, der Performerin und Raumgestalterin Marion Leyh zusammen zahlreiche Performances, etwa «Wüsten», «Von John Cage ausgehend», «Clavierübung», «Zweieiige Zwillinge», «Ein Fünfakter» und andere. In den neunziger Jahren fast zehn Jahre Kompositionspause, forschend, nachdenkend, performend, viele «Studien» verfassend, Gesamtaufführung an vier Tagen mit Norbert Klassen. 1988 Buch «Komponieren 1955-1988» beim Zytglogge Verlag, 2008 Buch «Das Umbiel» beim Verlag Die Brotsuppe, 2013 Abschluss der umfangreichen Forschungsarbeit «Konzeptuelle Musik, Eine kommentierte Anthologie». Seit längerer Zeit Planung der fünfbändigen «Schriften für als mit zur Musik». Ab 2008 Veröffentlichung seines Gesamtwerkes bei www.aart-verlag.ch und bei www.musicedition.ch, seitdem mit neuartigen, umfassenden und universellen Kompositions-Strategien beschäftigt.

Urs Peter Schneider

Kompositionen 1960–2012
(3 CDs) (2014)

Artikelnummer CR370

(inkl. Versandkosten)

Urs Peter Schneider

Kompositionen 1960–2012
(3 CDs) (2014)

Artikelnummer CR370

(inkl. Versandkosten)